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Dietrich Pietsch Schräglage Es
gab keine Möglichkeit Der
erhöhten Temperatur Des
Berufsalltags Und
dem ehelichen Schleudergang Mit
dreizehnhundert Umdrehungen knitterfrei
zu entkommen Kurzfristig
dachte er Die
Falten ließen sich Therapeutisch
ausbügeln Doch
sichtbare Erfolge Brachte
erst später Die
Heißmangel Der
Zweitehe (Knitterfrei
IV aus dem Wäschezyklus)
Am
Morgen Malte
ich an die Beschlagene
Fensterscheibe Ein
M Ein
A Und
schließlich Ein
D Erst
abends Gelang
mir ein Vierzeiler
Worte Die
gewöhnlichen Worte Wie
unentdeckte Länder Nur
anfänglich verständlich Dann
mehr im Dunst verschwindend Später
versucht man sie blank zu reiben Wie
einen alten Silberlöffel Um
sie in ein Gedicht einzubinden
Ungeachtet
des Etiketts Nur
Handwäsche warf
mich P Zum
Jahreswechselfest In
die Maschine Farblos
geschrumpft Fand
ich über die Altkleidersammlung Den
Weg nach Äthiopien Wo
mir tagsüber Die
Ziegen Ratlose
Blicke Zuwerfen (Handwäsche
I aus dem Wäschezyklus)
Den
Rotweinfleck Den
du in unserer Ersten
Feuerwerksnacht Auf
meiner nagelneuen Ikea-Couch Hinterlassen
hast Schnitt
ich später heraus Er
hängt nun gerahmt Und
hinter Glas Neben
dem einzigen Foto Von
dir
Sport
Beim
Klettern im Hochgebirge Starben
laut Statistik Letztes
Jahr 64
Menschen Beim
Hochklettern An
einem alten Fabrikkamin Starb
nur einer Mein
Freund Franz Aus
Lüdenscheid Er
wollte die Fahrtkosten sparen
Ausritt Wir
hatten uns zu einem Ausritt verabredet Sogar
einen zweiten Helm hatte ich dabei Aber
sie kam nicht Vielleicht
wäre sie gekommen Wenn
ich zwei Pferde dabeigehabt hätte Oder
wenigstens eines So
wartete ich vergebens Neben
meiner sechshunderter Suzuki
Im
Radio läuft ein wirklich guter Song Du
summst, singst, schreist mit Vier
Minuten lang Fühlst
du dich wirklich gut Du
denkst daran Den
Job aufzugeben Die
Wohnung zu kündigen Und
auszuwandern Vier
Minuten lang Fühlst
du dich als Globetrotter Dann
holt dich der Rundfunksprecher zurück Aus
irgendeinem verpassten Traum
Wie
konntest du mich wegen
geringfügiger Knittrigkeit nur
so dampfbügeln dass
ich kaum wusste wo
mir der Knopf stand und
selbst das Aufbügeln der I-Love-You -Knie-Sticker bestenfalls
einen softlanweichen Gang
erlaubten Nimm
mich wieder in die rostfreien Arme Deiner
glänzenden Edelstahltrommel Und
lass uns gemeinsam Im
samtsanften Schonwaschgang Einer
fleckenfreien Zukunft entgegenschleudern (Bügelfix
II aus dem Wäschezyklus)
Wir
hatten uns verabredet Am
Ende der Hafenmauer Ich
wiederholte noch mal Die
wichtigsten Vokabeln Obwohl
ich nicht viel Reden
wollte Als
mit der Flut Auch
die Nacht kam Gingen
wir grußlos An
einander vorbei (Warten
II)
Sie
warf mir noch Ein
freundliches Winken hinterher Und
im Rückspiegel sah ich Wie
sie sich eine Träne Aus
dem Auge wischte Ich
fuhr noch mal zurück -
Weinst du - Fragte
ich sie -
Vielleicht wenn du fort bist -
Mein
alter Kadett war
angekommen
Wir
hatten uns verabredet
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